Am 29. Juli 1919 fiel die Entscheidung zur Gründung der Wohnungsgenossenschaft Bauverein Langenfeld eG (damals noch Bauverein Langenfeld e.G.m.b.H.). 100 Jahre später, am 03. August 2019 fanden im kleinen Wäldchen hinter dem Jahnhaus im festlichen Rahmen die Feierlichkeiten dieses herausragenden Jubiläums statt.

Nicht viele Unternehmen in Langenfeld können sich mit einem solchen Jubiläum schmücken. In den vergangenen hundert Jahren hat der Bauverein Langenfeld gezeigt, dass "bezahlbare Mieten" und "schönes Wohnen" keine Gegensätze sein müssen.

Nachfolgend einige Auszüge aus der Broschüre der Festschrift zu diesem Ereignis (Anmerkung: diese Festschrift wurde allen Mitgliedern im Juni 2019 übersandt).

Titelbild mit Bilderrahmen Kopie


 

 100 Jahres Banner

Rolf GassenUnser Bauverein Langenfeld …
… schaut nun bereits auf hundert erfolg‐ und ereignisreiche Jahre zurück. Entstanden in einer Zeit, in der das Deutsche Reich gerade in einem verlustreichen Krieg untergegangen war und sich unter schwierigsten Bedingungen ein neues ‐ und wie sich später zeigte ‐ sehr fragiles demokratisches Staatswesen aufbaute, übernahmen die Gründer unserer Genossenschaft mit dem nötigen Mut die Verantwortung um „…Minderbemittelten gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens erbauten oder angekauften Häusern zu billigen Preisen zu verschaffen…“ (Zitat aus der ersten Gründungssatzung 1919).

Bereits im Jahr 1920 schuf der Bauverein durch Erwerb eines großen Grundstücks zwischen Jahn‐ und Richrather Straße von den Geschwistern von Eppinghoven die Voraussetzungen für den Bau der in den Folgejahren bis 1939 errichteten Wohnungen. Durch den 2. Weltkrieg kam die Bautätigkeit zum völligen Erliegen und konnte erst 1947 - wiederum unter den schwierigsten Rahmenbedingungen ‐ neu aufgenommen werden. Die vielen Mitte der 90’er Jahre von der Stadt Langenfeld unter Denkmalschutz gestellten Häuser prägen bis heute den Charakter dieses historischen Teils des Stadtgebiets.Die heutigen Herausforderungen für den Bauverein bestehen darin, einerseits die historische Bausubstanz der teilweise über 70 Jahre alten Häuser unter Berücksichtigung der vielfältigen denkmalrechtlichen Vorschriften bewohnbar und bezahlbar zu halten und andererseits die Zukunftsfähigkeit des Bauvereins durch Schaffung neuer Bausubstanz zu erhalten.

Seit den Gründerjahren sind die Ansprüche an modernem Wohnraum stetig gestiegen und mit ihnen leider auch die Kosten. Dem Anspruch, auch unter den heutigen Bedingungen für seine Mitglieder immer noch „bezahlbaren“ Wohnraum zu schaffen, fühlt sich der Bauverein mit Vorstand und Aufsichtsrat nach wie vor verpflichtet. Ich bin mir sicher, dass der Bauverein auch die nächsten hundert Jahre erfolgreich meistern wird und wünsche ihm hierfür alles Gute.
Rolf Gassen
(Aufsichtsratsvorsitzender)

 

 100 Jahre Bauverein Langenfeld: Viele erfolgreiche Weichenstellungen

Am 03.08.2019 feierte der Bauverein auf der Wiese "im kleinen Wäldchen" an der Martinstraße seinen hundertsten Geburtstag. Frau Professorin Theresia Theurl, Professorin für Volkswirtschaftslehre am Institut für Genossenschaftswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, hielt zu diesem Anlass eine Begrüßungsrede. Hierbei stellte sie die langjährige Erfolgsgeschichte des Bauvereins in den größeren Kontext der Bedeutung der Wohnungsgenossenschaften für die Gesellschaft. Stichworte wie -

- Eigeninitiative
- Nutzungseigentum
- vorausschauende Entscheidungen
- Mitgliederorientierung
- und heute mehr als je zuvor: bezahlbarer Wohnraum

prägen diesen Vortrag.

>>> hier der ganze Vortrag als PDF-Datei <<<

 

Wolfgang Paumen im August 2019

Der Versailler Friedensvertrag, der den 1. Weltkrieg offiziell beendete, war am 28. Juni 1919 gerade unterschrieben. Das Kaiserreich lag nach einem grausamen, blutigen Krieg am Boden. Schon einen Monat später, am 29.07.1919 gründeten einige sozial engagierte Langenfelder Bürger eine Genossenschaft mit dem Ziel, die Wohnungsnot in Langenfeld zu lindern. Obwohl das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Umfeld in einem nahezu hoffnungslosen Zustand war, versuchten diese beherzten Bürger den genossenschaftlichen Gedanken der Solidarität und der Hilfe zur Selbsthilfe in die Tat umzusetzen. Rückblickend lässt sich nach nunmehr 100 Jahren sagen, dass ihnen und ihren Nachfolgern dieses Projekt bestens gelungen ist.

Der Bauverein Langenfeld ist stolz darauf, dass der Erwerb des ersten Grundstücks eng mit der Entwicklung einer abenteuerlichen Liebesgeschichte verknüpft ist, die bis ins belgische Königshaus führt. Nachfolgend die Geschichte zum Thema Adel, Liebe, Leidenschaft (ein Auszug aus der Festschrift).

IMG 0042 Siedlung Steinrausch 1926

Das Bild zeigt einen Teil des erworbenen Grundstückes "Am Steinrausch" im Jahre 1926 (also 6 Jahre nach Erwerb von den Brüdern von Eppinghoven.