Nachbarn wollen Grün statt Neubauten

RP Langenfeld (24.10.2017)

Bauverein Langenfeld plant fürs Martinsviertel fünf Häuser mit Sozialwohnungen. Anwohner kritisieren Vorhaben.
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Unser Kommentar

Dass die Anwohner, die einen Teil der von ihnen genutzten Gärten zugunsten der Errichtung von Sozialwohnungen aufgeben müssten, hierüber nicht glücklich sind, dafür hat sicher jeder Verständnis. Niemand gibt ohne Not liebgewonnene Privilegien auf. Hier kommt allerdings den Wörtchen "ohne Not" eine besondere Bedeutung zu. Der Stadtrat hat in seinem mehrheitlich von CDU und FDP verabschiedeten Strategiekonzept eindrucksvoll gezeigt, wie dringend Langenfeld preiswerten und sozialen Wohnraum benötigt Es tut Not! Und hier ist wieder die genossenschaftliche Solidarität gefragt, die jetzt bereits über fast 100 Jahre die Mitglieder des Bauvereins auszeichnete. Wir brauchen einen Teil dieser großzügigen Freiräume in Zentrumsnähe zur Stadt, damit dort barrierefreie, gute und günstige Wohnungen errichtet werden können. Unter dem Eindruck der von der BGL befeuerten Gegeninitiative rudern jedoch nun viele Politiker zurück.

Dass die BGL dem Bauverein vorwirft, er wolle ".. an der Richrather Str. fast jeden Quadratmeter zubauen..." lässt eine erstaunliche Ignoranz der tatsächlichen Gegebenheiten erkennen. Hätten sich diese Ratsherren beim Bauverein einmal erkundigt, hätten sie erfahren, dass wir noch deutlich unter dem von der Stadt beschlossenen Maximalwert von 40% der bebauten Fläche lägen. Tatsächlich nämlich liegt die Beplanung nach Auskunft unseres Architekten bei nur ca. 35% - oder anders ausgedrückt: es bleiben auch nach der Bebauung noch 65% (!) der Freiflächen erhalten.

Auch geht der Vorwurf, man solle doch andere Grundstücke wie das an der Königsberger Str. stattdessen bebauen, ins Leere. Und zwar erstens, weil dieses Grundstück in der Anschaffung im Jahre 2008 um ein Vielfaches teurer war, als die bereits in den 20*er Jahren des vorigen Jahrhunderts erworbenen Grundstücke an der Martinstraße (Hinweis auf unseren Beitrag in der Homepage "Auf teurem Boden wächst kein preiswerter Wohnraum") - und zweitens, weil dort nicht die Zielgruppe, für die wir die Sozialwohnungen im Bauplanungsgebiet an der Martinstraße errichten wollen, angesiedelt werden kann. Das Gebiet auf der Königsberger Str. ist deutlich weiter vom Stadtzentrum entfernt. Ältere Menschen und Menschen mit Handicap wären in Zentrumsnähe zur Stadt besser aufgehoben. Und genau für diese Menschen ist der Standort an der Martinstraße, zwischen Steinrausch und In den Griesen, geplant, sofern sie die gesetzlichen Kriterien erfüllen, die für den Erhalt einer Sozialwohnung erforderlich sind.

Zur im Artikel der RP zitierten Bemerkung einer Dame im Zusammenhang mit der sich formierten Gegeninitiative "...Hier funktioniert noch gute Nachbarschaft." - möchten wir ergänzen: "...auf Kosten der auf günstigen Wohnraum Wartenden."