Streit zwischen Stadt und Bauverein eskaliert

RP Langenfeld (31.01.2018)

Bürgermeister will das Bebauungsplanverfahren stoppen
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Unser Kommentar

Schauen wir uns einmal die Begründung des Bürgermeisters an, weshalb er nunmehr der von der BGL initiierten Verhinderungspolemik folgen möchte und damit ein Kontingent von etwa 56% an "kurzfristig" realisierbaren Sozialwohnungen gefährdet, die u.a. seine eigene Fraktion im Strategiekonzept "Wohnen 2025" beschlossen hat. Hilfreich in solchen Fällen ist eine Synopse:

 

Behauptung Bürgermeister im o.a. Artikel der RP Stellungnahme Bauverein Langenfeld eG
Das im vergangenen Jahr von der Stadtverwaltung aufgestellte und von der Politik beschlossene Strategiekonzept 2025 sieht in dem Bereich zwischen Martinstraße und Richrather Straße sozialen Wohnungsbau für 28 bis 36 Wohneinheiten vor.

Soweit fast richtig. Interessant ist jedoch, was unerwähnt bleibt.
Das ursprünglich vom BVL vorgelegte und vom Rat in das Strategiekonzept übernommene Planungskonzept ging von 4 Häusern im nördlichen Teil des besagten Grundstücks aus (bis zur Gasleitung). Also 4 Häuser auf 2800 m². In diesen 4 Häusern könnten je nach Größe der Wohnungen 28 bis 36 Sozialwohnungen realisiert werden.

Aus Sicht des Bürgermeisters dagegen sorgte die vergrößerte Version des eigentlich ausschließlich für Sozialwohnungen festgeschriebene Wohnungsbau-Vorhabens für verständlichen Unmut in der Nachbarschaft. Gleichwohl will Schneider am Bau von Sozialwohnungen in einem für das Umfeld größenverträglichen Maß festhalten.

Das aktuell vom Bauverein favorisierte und beworbene Konzept entspreche nicht mehr der Grundlage, auf der die Stadt seinerzeit den Aufstellungsbeschluss für das Bebaungsplanverfahren gefasst habe. Das "überdimensionierte Projekt" des Bauvereins sei nicht tragbar, eine Fortsetzung des Bebauungsplanverfahrens daher sinnlos.

 

Wie sieht diese "vergrößerte", "überdimensionierte Version" aus?
Statt auf 2800 m² 4 Häuser zu errichten, bat der Bauverein um Genehmigung, auf 5000 m² 5 Häuser zu errichten. Wieso das zu einer höheren Verdichtung führen soll, bleibt ein uns unauflösbares mathematisches Geheimnis.

Warum möchte der Bauverein auch freifinanzierte Wohnungen auf diesem Gelände?

  1. Wir möchten mit einer gemischten Bebauung, also 28-36 Wohnungen als Sozialwohnungen und ca. 14 Wohnungen als freifinanzierte Objekte erreichen, dass wir die Fehler einiger Städte in der Vergangenheit vermeiden und mit dieser "Mischbebauung" einer "Ghettoisierung" vorbeugen (eine auch von der Bürgerinitiative geäußerte Befürchtung).
  2. Die sehr niedrigen und mit einem Verlustrisiko für die Genossenschaft verbundenen Mieten der Sozialwohnungen können zumindest teilweise durch die höheren Mieten in den freifinanzierten Wohnungen kompensiert werden.