Der Artikel beleuchtet die städtebauliche Strategie der Stadt Langenfeld, insbesondere bezogen auf bezahlbaren Wohnraum und geplante Bauvorhaben.
Grundstück Bahnstraße soll gesunden Wohnungsmix bieten
Von Dorothee Schmidt-Elmendorff

Auf den städtischen Grundstücken an Bahnstraße und Immigrather Straße soll öffentlich geförderter und bezahlbarer Wohnraum entstehen - aber nur in Kombination mit freien Wohnungen. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)
Noch in diesem Jahr soll eine Wohnungstauschbörse stattfinden, bei der sich Menschen mit vermeintlich kompatiblen Anliegen treffen können: Ältere Menschen, denen ihre Häuser zu groß und mühsam geworden sind und solche, die gerade eine Familie gegründet haben und mehr Lebensraum gebrauchen könnten. Die Stadt würde hierzu die Rahmenbedingungen schaffen, also Informationen bereitstellen, Betroffene ansprechen und zu den Treffen Anwälte und Notare hinzuziehen, die dann geeignete Kauf-, Renten- und Mietverträge vorstellen. Dies ist ein Modul aus dem Maßnahmenpaket „Bezahlbarer Wohnraum“, das der Sozialausschuss kürzlich beschlossen hat.
Ein weiteres Modul, die Einrichtung eines Runden Tisches der örtlichen Wohnungsmarktakteure, soll erst nach der Kommunalwahl umgesetzt werden, erklärte der Erste Beigeordnete Christian Benzrath in der Sitzung. Mit diesem Instrument könnten sich örtliche Bauunternehmen und Investoren mit Stadtplanung und Bauaufsicht austauschen, um „Trends und Bedarfe frühzeitig zu erkennen“.
Ein konkreter planungsrechtlicher Ansatz ist die Mobilisierung vorhandener Baulandreserven durch Verdichtung. Auf bereits bebauten Grundstücken könnten etwa weitere Baufenster ausgewiesen werden. Gerade in den Ortsteilen Berghausen, Reusrath und Richrath seien große Grundstücke, die sich dafür eigneten, heißt es in der Sitzungsvorlage. Man könnte hier Aufstockungen ermöglichen oder bisherige Einfamilien- durch Mehrfamilienhäuser ersetzen. Insgesamt würden so zwar nicht unmittelbar geförderter Wohnraum entstehen, aber Wohnungen im Altbestand würden so freigezogen, wodurch Bewegung in den Markt käme.
Ratsherr Johannes Spieth (Grüne) hatte in diesem Zusammenhang angeregt, mit dem Bauverein über das Grundstück an der Königsberger Straße Gespräche zu führen, welches die Stadt vor mehr als 20 Jahren an den Bauverein veräußert habe und das seitdem brachliege. Im RP-Gespräch berichtet Bürgermeister Frank Schneider, er habe dem Bauverein angeboten, das Grundstück, das 8000 Quadratmeter misst, zurück zu kaufen. Für die Fläche gebe es Planungen für 46 neue Genossenschaftswohnungen, erklärt Michael Spieth vom Vorstand [des Bauvereins]*. Wann diese aber umgesetzt würden, sei noch offen. Neubau sei momentan schwierig, man sehe sich auch eher als Bestandshalter. Bei den 943 Wohnungen, die der Bauverein in Langenfeld unterhalte, liegt die Nettokaltmiete deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. „Wir gewährleisten bezahlbaren Wohnraum in Langenfeld.“
Nunmehr wird die SPD in die Ratssitzung am Dienstag einen Antrag einbringen, wonach auf den Grundstücken Bahnstraße (bisher genutzt als Obdachlosenunterkunft) und Immigrather Straße 40 (bisherige Nutzerin SkF) Wohnungen mit öffentlicher Förderung errichtet werden sollen. Von einer solch einseitigen Struktur rät Schneider ab. „Damit schafft man sich nur einen Brennpunkt, das hatten wir ja an der Königsberger Straße.“ Die beiden Grundstücke (Gesamtfläche: 5200 Quadratmeter) wolle er einer gemischten Nutzung aus sozialem, preisgedämpftem sowie freiem (nicht gefördertem) Wohnungsbau zuführen.
* Anmerkungen des Bauvereins